Das Team Nachhaltigkeit am Hermann-Emanuel-Berufskolleg besteht aus engagierten Schüler:innen und Lehrkräften, die gemeinsam daran arbeiten, unseren Schulalltag nachhaltig weiterzuentwickeln – konkret, sichtbar und wirksam.
Im Mittelpunkt steht dabei die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit nicht nur projektbezogen zu denken, sondern fest im Schulalltag zu verankern – im Unterricht, im Schulumfeld und in unserem täglichen Handeln.
2022 und 2024 sind wir offiziell als „Schule der Zukunft“ ausgezeichnet – eine Anerkennung für unser kontinuierliches Engagement und unsere vielfältigen Projekte.
Inhaltlich orientieren wir uns an den 17 Zielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDGs), die ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen von Nachhaltigkeit verbinden.
Wir freuen uns jederzeit über neue Mitstreiter:innen – ob Schüler:innen, Lehrkräfte oder Kooperationspartner:innen.
Auch Ideen, wie wir unser Schulleben noch nachhaltiger gestalten können, sind herzlich willkommen.





Die „Tage der Nachhaltigkeit“ finden jährlich am Hermann-Emanuel-Berufskolleg statt. Initiiert und organisiert vom Team Nachhaltigkeit (Schüler:innen und Lehrkräfte) setzen sich wechselnde Lerngruppen in vielfältigen Workshops mit ökologischen, sozialen und ökonomischen Fragestellungen auseinander. Die Themen variieren jährlich und umfassen u. a. klimabewusste Ernährung, nachhaltigen Konsum, Biodiversität, Ressourcenschonung, Upcycling oder Gesundheit. Die Workshops verbinden fachliche Impulse mit praktischer Umsetzung und orientieren sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinte Nationen (SDGs). Die Projekttage entwickeln sich kontinuierlich weiter und stärken BNE im Sinne des Whole School Approach.


Durch eine Müllsammelaktion fiel auf, dass vor allem der Schulkiosk viel Verpackungsmüll produziert. Zudem wurde der SV vermehrt der Wunsch nach einem reichhaltigen Angebot unterbreitet. Aus diesen Gründen wurde eine Umfrage zum Schulkiosk 2.0 erstellt: Teilnahme von 380 Schüler:innen und Lehrkräften an der Umfrage zum idealen Kiosk: Verzicht auf Brottüten, Nutzung von Mehrweg-Pfandsystemen und gesündere Angebote: Müsli, Joghurt, Rohkost 40 % wünschen regionale Produkte und würden mehr bezahlen 70 % unterstützen Solidaritätsprinzip für einkommensschwächere Schüler:innen Wunsch nach wechselndem kulturellem Angebot Umsetzung mit Betreiber „Lernen fördern“: Einführung Recup-Pfandsystem für Becher Installation einer Verpackungsstation, Entscheidung über Verpackung liegt bei Schüler:innen
Aktuelle Schritte: Gespräche mit regionalen Lieferanten für Mehrwegflaschen, Ausbau vegetarischer/veganer Angebote, Test eines Solidaritätsprinzips, Prozess begleitet durch Testwochen und regelmäßige Evaluationen


Auf unserem Schulhof wurde ein Parkplatzbeet nach Beschädigungen gerodet. Wir haben das als Chance genutzt, um eine klimafreundliche, nachhaltige Umgestaltung anzustoßen. Gemeinsam mit Schüler:innen haben wir das Beet neu geplant und insektenfreundlich bepflanzt. Für die fachliche Begleitung haben wir eine Landschaftsarchitektin einbezogen – von der Pflanzenauswahl bis zur praktischen Umsetzung. Der gemeinsame Aktionstag war ein sichtbarer Erfolg und hat gezeigt, wie Lernen durch reales Gestalten funktioniert. Durch Baustellen auf dem Gelände wurden später leider Teile der Bepflanzung und Gestaltung wieder zerstört. Trotzdem führen wir den Prozess weiter: Aktuell sind wir mit der unteren Umweltbehörde des Kreises Steinfurt im Austausch, um das Beet erneut und dauerhaft nachhaltig zu entwickeln. Es gibt bereits viele Ideen und Mitwirkende; außerdem binden wir die Fachschule Sozialpädagogik und die Berufsfachschule Kinderpflege ein, die eigene Bereiche gestalten und das Thema über Lernfelder in den Unterricht integrieren.





Gemeinsam mit der Stadt Steinfurt, der Klimaoffensive und dem NABU haben Schüler*innen der Fachschule Sozialpädagigik eine wichtige Naturschutzmaßnahme umgesetzt: Auf einer Fläche am Bahnhof Burgsteinfurt wurde ein neuer Lebensraum für die streng geschützte Zauneidechse geschaffen. Auf der Fläche wurden Sand-Kies-Wälle sowie Totholzhaufen angelegt. Diese Strukturen sind speziell auf die Bedürfnisse der Zauneidechse abgestimmt: sonnige, vegetationsarme Rohbodenflächen für die Eiablage sowie geschützte Versteck- und Überwinterungsplätze in den Holzhaufen. Der NABU begleitete die Aktion fachlich und erklärte den Schüler*innen die ökologischen Hintergründe. Dabei wurde deutlich, dass es bei Artenschutzprojekten nicht nur um einzelne Tiere geht, sondern auch um die Förderung einer vielfältigen Kulturlandschaft. Für die Schüler:innen war es ein praxisnaher Einblick in den Naturschutz – und gleichzeitig ein handfester Beitrag zur Artenvielfalt in Steinfurt.






Im Rahmen einer einwöchigen Müllsammelaktion auf dem Schulhof und im Schulgebäude wurde festgestellt, dass viele Pfandflaschen liegenbleiben oder im Müll landen. Zusätzlich konnte durch Interviews, mit Menschen die Pfand sammeln, sowie Beobachtungen festgehalten werden wie herausfordernd die Suche im Müll ist. Gemeinsam wurde reflektiert, welche ökologischen und sozialen Probleme daraus entstehen, unter anderem die Bedeutung dass Menschen im Müll nach Pfand suchen müssen.
Als Lösungsidee wurde gemeinsam entwickelt, auf dem Schulhof Pfandringe an Mülleimern anzubringen, damit Pfandflaschen separat abgelegt und leicht gesammelt werden können. Zusätzlich wurde überlegt, wie Pfand im Schulgebäude zentral gesammelt werden kann, um zu vermeiden, dass es im Müll landet oder in Klassenräumen und Fluren zurückbleibt. Erste praktische Schritte wurden bereits umgesetzt, indem für die Aktion „Pfand gehört daneben“ sensibilisiert wurde.


Der BNE-Prozess richtet sich an angehende Erzieher:innen im Anerkennungsjahr. Sie verbringen einen Praxistag im NABU-Lehmdorf in Steinfurt-Borghorst. An diesem außerschulischen Lernort planen und erproben sie Bildungsangebote für Kinder mit Bezug zu Natur, Umwelt und nachhaltiger Entwicklung. Dabei setzen sie sich mit den Grundlagen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auseinander, lernen zentrale Merkmale von BNE-Prozessen kennen (Partizipation, Zukunftsorientierung, Ganzheitlichkeit, Handlungsorientierung) und reflektieren ökologische, ökonomische sowie soziale Dimensionen. Theorie und Praxis werden miteinander verknüpft und anschließend gemeinsam ausgewertet.

Wir gestalten Klassen- und Lernräume am HEBK nachhaltig neu. In einer Arbeitsgruppe mit Schüler:innen haben wir ein Raumkonzept entwickelt, das moderne Medientechnik, flexibles Mobiliar und ein ansprechendes Design für Lernen im 21. Jahrhundert verbindet. Der Prozess lief über mehrere Testräume (Prototypen), die wir im Alltag erprobt und anschließend in der Schulgemeinschaft abgestimmt haben. Bei Technik und Ausstattung achten wir gezielt auf nachhaltige Beschaffung: Mediensteuerung aus der Region (Produktion in Münster), Holzmöbel aus Deutschland, Montage/Integration durch ein deutsches Unternehmen, Laserbeamer (langlebig, effizient), Whiteboards/Präsentationswände aus den Niederlanden, modularer Aufbau für Austausch einzelner Komponenten statt Komplettentsorgung. In den EDV-Räumen setzen wir Mini-PCs ein: typisch ca. 15–30 W statt 100–250 W bei Desktop-PCs, also grob 70–94 % weniger Strom im Betrieb.


Wir haben über Fördermittel (schulinterner Förderverein, Förderung des Landes NRW, Förderung durch Gemeinde) ein E-Lastenrad und ein Cityrad als Schul-Fahrräder angeschafft, um Dienstwege klimafreundlicher zu gestalten. Besonders bei Praktikumsbesuchen im Umland sowie auf dem Weg zur externen Sporthalle und zum Sportplatz oder für den Einkauf von Lebensmitteln für den fachpraktischen Unterricht können Kolleg:innen das Auto stehen lassen. Vor der Anschaffung haben wir den Bedarf per Umfrage erhoben (Lastenrad/E-Bike: ja oder nein?) und Wünsche zur Nutzung gesammelt. Auf Basis der Rückmeldungen haben wir eine einfache, transparente Ausleihe über ein Online-Kalender-Tool eingerichtet. Weil sich manche nicht mit dem großen Lastenrad wohlfühlten, haben wir als partizipative Konsequenz zusätzlich ein Cityrad nachbeschafft. Bis Ende 2025 wurden über 400 km mit dem Lastenrad zurückgelegt – und der Prozess wird weiter ausgewertet und ausgebaut.
