Geschichte

Hermann-Emanuel-Berufskolleg

1909

Hermann Emanuel, Kantor und Leiter der jüdischen Schule Burgsteinfurt, gründet im Auftrag der Stadt die „Kaufmännische Fortbildungsschule“, Vorläufer der heutigen Wirtschaftsschulen. Erster Schulort wird das Alte Rathaus von Burgsteinfurt, wo Hermann Emanuel mit wenigen Schülern startet. Er leitet die Schule bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung 1931. Der damalige Bürgermeister Schumann bescheinigt ihm „wertvolle Pionierdienste, die Sie der kaufmännischen Schule, der Jugend, der Wirtschaft und der Bürgerschaft vom Burgsteinfurt geleistet haben“.

Emanuel wird im Dritten Reich als Jude verfolgt und 1942 in Theresienstadt umgebracht. 2009 werden auf Initiative der Schule Stolpersteine für ihn und seine Familie verlegt.

1925

Offizielles Gründungsjahr. Verschiedene örtliche Berufsschulen (Burgsteinfurt, Borghorst, Neuenkirchen, Ochtrup, Emsdetten und weitere Orte) werden unter dem Namen „Berufsbildende Lehranstalten Burgsteinfurt“ zusammengefasst.

Träger der Schule ist der Kreis Steinfurt (damaliger Altkreis).

1938–1941

Da der Berufsschulunterricht immer weiter ausgedehnt wird, erfolgt der Bau der ersten Gebäude in Steinfurt und Emsdetten an den heutigen Standorten.

Gesamtkosten: 454.000 Reichsmark
Einweihung: 8.12.1939 (Emsdetten); 10.02.1941 (Steinfurt)
Die Schule entwickelt sich zur größten Berufsschule in Westfalen.

1960-1963

Umfangreicher Erweiterungsbau in Steinfurt entsteht,
Gesamtkosten: 1.096.509 D-Mark

1970

Die Schule wird in die Systeme: Berufsbildende Lehranstalten I (überwiegend gewerblich-technisch ausgerichtet) und Berufsbildende Lehranstalten II (Ernährung und Hauswirtschaft, Sozialpädagogik, Wirtschaft und Verwaltung, allgemeingewerblich – Friseure) aufgeteilt.

1976

Die Berufsbildenden Lehranstalten II erhalten den Namen Wirtschaftsschulen des Kreises Steinfurt.

1998

Landesweit erhalten alle berufsbildenden Schulen den Zusatz „Berufskolleg“.

2001

Die Schule feiert ihr 75jähriges Bestehen; gleichzeitig wird das dritte Obergeschoss mit 7 neuen Klassen- und 2 neuen Computerräumen seiner Bestimmung übergeben.

2002 – 2008

Das Berufskolleg nimmt mit weiteren 13 Schulen im Kreis Steinfurt am Landesprojekt „Selbstständige Schule“ teil.

2008 – 2009

Das Haus III ist in Steinfurt renoviert und erweitert worden. Ein pädagogisches Zentrum wurde mit zwei Klassenräumen am Haus II angebaut. Insgesamt hat das Berufskolleg dadurch 9 zusätzliche Räume gewonnen. Die gesamte Baumaßnahme des Kreises Steinfurt beinhaltete Kosten von ca. 4 Mio. €.

2011

Das Berufskolleg erhält das wichtige „Gütesiegel Individuelle Förderung“ als einzige Schule im Kreis.

2017

Die Wirtschaftsschulen werden umbenannt in „Hermann-Emanuel-Berufskolleg des Kreises Steinfurt“, da der alte Name schon seit längerer Zeit nicht mehr alle Bildungsgänge der Schule abgebildet hat (z.B. den Bereich Gesundheit und Soziales).

Zudem möchte sich die Schule bewusst in die Traditionslinie ihres Gründers Hermann Emanuel stellen, der schon vor 100 Jahren stets an einer ganzheitlichen Bildung seiner Schülerschaft interessiert war.

Zum Festakt der Umbenennung reisen sechs Nachfahren von Emanuel aus Israel an.